The Si-Dells: "Watch Out Mother" (1968)


Nochmals Garage, diesmal wieder mit mehr Psychedelic-Anteil, yeah, The Si-Dells finden meist als Psychedelic Band Erwähnung, hm, sehr oft werden sie allerdings sowieso nicht erwähnt. Die Band wurde Ende der 60er Jahre in Durham, North Carolina gegründet und veröffentlichte 1968 die Single "She’s The Only Girl For Me / Watch Out Mother" beim Label East Coast Sound. The Si-Dells waren Keith Thompson (Vocals, Guitar), Lee James (Guitar), Hubert Deans (Organ), Charlie Clark (Saxophone, Piano), Joe Kirschner (Bass) und John Thompson (Drums). In einem Interview beantwortet Organist Hubert Deans die Frage Listening to the lyrics closely, is "Watch Out Mother" about a nuclear winter? mit No, it's just about the 'natural' end of the world. It was the result of a homework assignment in the tenth grade. The teacher told us to choose a poem by Robert Frost and write one of our own, similar to the one we picked. It was easier for me to write a song and then use the lyrics as a poem. The big news story at the time was a cold spell all across the country, sub zero in the midwest and even in single digits here in North Carolina. It sort of inspired me to go in that direction. Plus, there was a TV commercial at the time about margarine featuring Mother Nature. The narrator tries to fool mother nature into thinking it's butter. She ends up causing thunder and lightning and saying 'it's not nice to fool mother nature'. I guess the song was just a product of what was going on in my life at the time. Or maybe a premonition about the greenhouse effect we are seeing now. Hubert Deans ist auch der einzige Musiker, der nach dem Ende der Si-Dells noch popmusikalische Spuren hinterließ. Er war Ende der 60er Jahre noch mit der Band The Bondsmen unterwegs und in den 70ern versuchte er es mit den Bands Daze End und der Still Creek Band, die es 1974 mit dem Song "Can I Move You" in die Charts von Großbritannien und Japan schafften. Der Song "Watch Out Mother" ist auf der 2000 bei Arf! Arf! Records erschienenen CompilationCD "A Lethal Dose Of Hard Psych" zu finden. Da ist auch der Song "Our Time To Try" von The Bondsmen drauf. Bei Arf! Arf! Records erschienen auch noch die hörenswerten CD-Sampler "A Heavy Dose Of Lyte Psych", "An Overdose Of Heavy Psych" und "A Deadly Dose Of Wylde Psych", yeah. Lese gerade das bei Wagenbach erschienene Buch "Die ersten Suchmaschinen" von Anton Tanner, no no no, hat nichts mit Computer und so zu tun, sondern mit Adressbüros, Frag- und Kundschaftsämtern sowie Intelligenz-Comptoirs etcetera etcetera. Bereits 1580 schrieb Michel de Montaigne in seinem Buch "Essais" über die Idee seines Vaters, in den Städten eine Stelle einzurichten, an die alle, die irgendetwas brauchten, sich wenden könnten: Offensichtlich würde ein solches Mittel zum Austausch von Informationen die Beziehungen zwischen den Menschen wesentlich erleichtern, denn jeden Augenblick entstehen Situationen, da sich Menschen gegenseitig suchen, aber, weil sie ihre Stimmen nicht hören können, in ihrer höchst misslichen Lage allein bleiben. Nett finde ich auch folgenden Gedankengang von Montaigne: Ich habe erfahren, dass zur Schande unseres Jahrhunderts vor unseren Augen zwei an Wissen überragende Persönlichkeiten gestorben sind, weil sie nicht genug zu essen hatten: in Italen Lilius Gregorius Giraldus und in Deutschland Sebastianus Castalio. Ich bin überzeugt, dass Tausende von Menschen sie zu äußerst günstigen Bedingungen zu sich gerufen oder an Ort und Stelle unterstützt hätten, wenn ihnen das bekannt gewesen wäre. Ich bin mir zwar nicht sicher ob er mit dieser Annahme recht behalten hätte, aber die Annahme allein macht ihn mir sympathisch. Das erste Adress- und Begegnungbüro wurde jedenfalls 1630 von Théophraste Renaudot in Paris eröffnet und auch er argumentierte durchaus lobenswert, dass einer der Gründe für die Armut der wäre, dass zahlreiche Arme nicht leicht die Adressen für ihre Bedürfnisse fänden, weswegen es einen solchen Ort brauche. Okay, hört euch etwas Garage-Psych-Beat an, lest dieses interessante Buch und... lasst nicht alle Hoffnung fahren. The beat goes on.