Jungle Brothers: "Blahbludify" (1993)


Die Jungle Brothers hatten wir schon mal in dieser Liste, das waren und sind Mike Gee alias Michael Small, Afrika Baby Bam alias Nathaniel Hall und DJ Sammy B alias Sammy Burwell. Anfang der 90er Jahre gehörte auch Torture alias Colin Julius Bobb für kurze Zeit zu den Jungle Brothers, er machte dann unter dem Namen Sensational solo weiter, sein Debütalbum "Loaded With Power" erschien 1997 bei WordSound Recordings. I said a hip hop / Hippie to the hippie / The hip, hip a hop, and you don't stop, a rock it out / Bubba to the bang bang boogie, boobie to the boogie / To the rhythm of the boogie the beat, sang die Sugarhill Gang in ihrem Hit "Rapper’s Delight" 1979. Der Song "Blahbludify" ist auf dem 1993 bei Warner Bros. Records erschienenen Album "J. Beez Wit The Remedy" zu finden. Nach dem Erfolg ihres Debütalbums "Straight Out The Jungle" 1988 wurden die Jungle Brothers vom Majorlabel Warner Bros. unter Vertrag genommen, doch bereits nach den beiden Alben "Done By The Forces Of Nature" 1989 und "J. Beez Wit The Remedy" 1993 wieder wegen zu niedriger Verkaufszahlen gefeuert. Schwupps. Die nächsten beiden Alben erschienen bei Gee Street Records, danach gründeten die Jungle Brothers ihr eigenes Label Jungle Brothers Records, um ihre Platten auf den Markt zu bringen. In seinem Artikel "Westafrikanische Musik - Vom Preisgesang zum Pop" schreibt Hauke Dorsch über HipHop: Darüber hinaus konstruieren einige HipHopper besonders aus dem Senegal, dessen Szene als Vorreiter für den afrikanischen HipHop gilt, inzwischen aber auch eine senegalesische Genealogie des HipHop: Der Taasu genannte, von Sabar-Trommeln begleitete 'traditionelle' Sprechgesang wurde ihrer Auffassung nach mit den Sklavenschiffen in die Neue Welt gebracht und mündete dort direkt in den New Yorker Rap. Auch der Begriff 'Rap' selbst erhält von einigen Senegalesen eine volksetymologische Herleitung als Kurzform des Französischen 'rapidité', da die Rapper ihre Texte der Dringlichkeit wegen so schnell deklamieren würden. Dieser Atikel ist im Buch "Global Pop - Das Buch zur Weltmusik" zu finden, das von Claus Leggewie und Erik Meyer herausgegeben wurde und 2017 im Verlag J.B.Metzler erschien. Hm, wirklich toll ist das Buch nicht, obwohl einige Artikel durchaus lesenswert sind, zum Beispiel "Dub - Vom Remix zur Produktionsmethode" von Olaf Karnik, "Madagassischer Heavy Metal - globale oder lokale Praxis?" von Markus Verne, "Brian Shimkovitz: Awesome Tapes from Afrika" von Philipp Rhensius oder "Die Wiederkehr der Ukulele" von Peter Kemper. Ein paar Entdeckungen habe ich darin auch gemacht, wie z.B. die Songs "Weekend Special" 1983 von der Band Brenda & The Big Dudes aus Südafrika und "Voo-doo" 1971 von den Hippy Boys aus Jamaika. Die Jungle Brothers waren toll, yeah, und sind es immer noch, vielleicht nicht mehr ganz so toll wie in ihren Anfängen, aber anders toll, erwachsener toll, verwachsener toll, durchwachsener toll etcetera. So, noch ein Schlusswort vom Traumdeuter Sigmund Freud, dem ich zwar nix glauben mag, aber denn ich durchaus schätze, ja, Sigmund Freud war ein Schätzchen. Sigmund Freud: Worte sind ein plastisches Material, mit dem sich allerlei anfangen lässt. Seit ihren Alben "I Got U" und "Keep It Jungle", die beide 2006 bei Rambling Records erschienen sind, haben die Jungle Brothers keine neuen Platten veröffentlicht, live sind sie aber immer wieder mal in der Popwelt unterwegs.

21.04.2023