Xterminator: "Love Line Version" (2003) |
Dub Music, yeah. Xterminator war der 1954 in Kingston, Jamaika geborene Musiker und Produzent Philip 'Fatis' Burrell. Als er 5 Jahre alt war zog die Familie Burrell nach Birmingham in England, er kehrte aber bereits als Jugendlicher wieder nach Jamaika zurück. Mitte der 80er Jahre begann er dann als Musikproduzent im Channel One Studio zu arbeiten und produzierte Platten von Lincoln 'Sugar' Minott oder Tenor Saw alias Clive Bright. Bald darauf gründete er sein eigenes Label Vena, auf dem er Platten von Musikern wie Sanchez alias Kevin Jackson, Thriller U alias Eustace Hamilton oder Daddy Freddy alias Frederic Nelson veröffentlichte. Der erste Hit für das Label war "Lift It Up Again" 1987 von Pinchers alias Delroy Thompson. Im Jahr 1988 gründete Philip 'Fatis' Burrell das Label Exterminator, das er ab 1993 dann mit X, also Xterminator schrieb. Musiker*innen, die bei Xterminator veröffentlichten waren Cocoa Tea alias Calvin Scott, Beres Hammond, Frankie Paul alias Paul Blake, Ninjaman alias Desmond Ballentine oder Ini Kamoze alias Cecil Campbell. Die Studiomusiker, die auf vielen der Veröffentlichungen des Labels zu hören sind, erreichten unter dem Namen Firehouse Crew einige Bekanntheit. Zur Crew gehörten u.a. Paul Crossdale (Keyboards), Donald Dennis (Bass) und Melbourne Miller (Drums). Das erste Album des Labels, das in Lizenz von Virgin Records weltweit vertrieben wurde, war "Messenger" 1995 von Luciano alias Jepther McClymont. Philip 'Fatis' Burrell war auch Produzent und Manager des Reggae- und Dancehallsängers Sizzla alias Miguel Collins. Philip 'Fatis' Burrell starb nach einem Schlaganfall 2011 im Alter von 57 Jahren. Als Musiker war Philip 'Fatis' Burrell nicht so aktiv, unter dem Namen Xterminator erschien eigentlich nur das Album "Xterminator Dub" 1996, da ist der Song "Love Line Version" aber nicht mit drauf, der ist nur auf der Compilation "600% Dynamite!" zu finden, die 2003 beim Label Soul Jazz Records erschien. Philip 'Fatis' Burrell trat auch unter den Namen Fatis und 9 Sounds Klik in Erscheinung, aber auch da eher als Produzent. Philip 'Fatis' Burrell arbeitete sowohl als Produzent als auch als Musiker an einer Mischung aus Electronic Dancehall, Dub und Roots Reggae. Okay, tolle Musik. Ich habe gerade das empfehlenswerte Buch "Extrem unbrauchbar - Über Gleichsetzungen von links und rechts" gelesen, es ist 2019 im Verbrecher Verlag erschienen und wurde von Eva Berendsen, Katharina Rhein und Tom David Uhlig herausgegeben. Die Parallelisierung verschleiert außerdem, dass die politische Programmatik diametral auseinandergeht: Die radikale Linke strebt ungeachtet ihrer starken Heterogenität prinzipiell eine Gesellschaft an, in welcher es sich ohne Angst verschieden sein lässt. Dass sie dabei jedoch auch immer wieder hinter diesen Anspruch zurückfällt und sich auch in der Wahl ihrer Mittel gelegentlich vergreift, soll nicht unter den Tisch fallen. Die völkische rechte wiederum bedient einen menschenverachtenden Partikulismus, der die autochtone Stammeskultur brutal gegen alles abdichtet, was fremd erscheint. Auf der Ebene politischer Ziele werden also die Ideale der Aufklärung, die Forderung nach Einlösung ihrer Versprechen neben die Ideologie des stumpfen Hasses auf Differenz gestellt. Dieses Buch sollte eigentlich auch in keiner Popsammlung fehlen. So, und vor dem Einschlafen hört euch noch den tollen Song "Fuck Yerself" 1988 von den Yeastie Girlz an, oder besser gleich die ganze EP "Ovary Action". Die Yeastie Girlz waren Cammie Toloui, Jane Guskin und Kate Rosenberger. Good Night. 24.08.2026 |