The Record Players: "Don't Go Backwards" (1978)


"Don’t Go Backwards" ist ein toller Song, das steht fest, die Band hieß The Record Players, das steht auf dem Cover, yeah, und jetzt wirds etwas schwierig. Die Band The Record Players hat von 1978 bis 1981 die EPs "Double C Side" 1978 und "60-7 Iches" 1979 sowie die Single "Money Worries / Two Wrongs Don’t Make A Right" 1981 bei Wreckord Records veröffentlicht. Auf den beiden EPs befinden sich die Songs "M.O.R.", "Don’t Go Backwards", "Wrong Song", "Ignore Us", "Give An Inch", "Squirming In The Vermin By The Bonny Banks Of Clyde", "67" und "Parasite City". Irgendwie kann man wohl davon ausgehen das The Record Players wie ihr Label in Großbritannien beheimatet war, naja, nicht unbedingt, aber in diesem Fall denke ich schon. Außer diesen 3 Tonträgern erschien bei Wreckord Records 1985 noch die Single "Cinderella / Rush Hour In London" von Johnny Shoeshine. Auch über Johnny Shoeshine ist so gut wie keine Information im Netz zu finden. War Johnny Shoeshine auch Mitglied bei den Record Players? Bei youtube kann man jedenfalls die beiden Songs "M.O.R." und "Don't Go Backwards" anhören. Bei den Kommentaren meldet sich ein gewisser Phil Mandrohne zu Wort: I have only just logged-on to youtube and find nice people saying really cool things about the band I used to be in. Thank you. Über Phil Mandrohne konnte ich anfänglich auch nichts finden, aber dann entdeckte ich die Band Drohne von Philip Martin, yeah, und Philip Martin war Mitglied der Records Players. Als nächstes fand ich dann die Internetseite von Mark Addison, der ebenfalls Mitglied der Records Players war. Die erste Band von Mark Addison hieß Pushbutton Banana und war von 1968 bis 1970 in der Popwelt unterwegs. Pushbutton Banana waren Mark Yeomanson (Vocals), Martin Shead (Guitar), Ray Monk (Organ), Mark Addison (Bass) und Tony Boyce (Drums). Als Martin Shead die Band 1970 verließ, nannte sie sich in MABY um, M wie Monk, A wie Addison, B wie Boyce und Y wie Yeomanson. Als nächster ging Mark Yeomanson, er wurde angeblich Mönch, und die Band machte bis 1972 als MAB weiter. Im Jahr 1972 schloss sich Mark Addison dann Galleon, der Band von Philip Martin an. Galleon waren Pete Robinson (Vocals, Keyboards), Philip Martin (Guitar), Mark Addison (Bass) und Dave Smith (Drums). Aus Galleon wurden 1975 Deuce und schließlich 1976 die Record Players, die bestanden dann aus Philip Martin (Vocals, Guitar), Mark Addison (Guitar), Martin Horne (Bass) und Gordon Larner (Drums). Mark Addison: We were more new wave than punk, but our limited musical abilities - in particular with me on guitar - often identified us as the latter. Okay. Ich entdeckte die Record Players im Buch "Design und Punk" von Russ Bestley & Alex Ogg, darin wird die Band im Kapitel "DIY Punk" erwähnt, was meine Neugier weckte. Andere Entdeckungen in diesem Buch waren die Bands Desperate Bicycles und The Door + The Window, yeah. The Desperate Bicycles schreiben auf der Rückseite des Covers ihrer 1977 erschienenen Single "The Medium Was Tedium / Don’t Back The Front": The Desperate Bicycles were formed in March 1977 specifically for the purpose of recording and releasing a single on their own label. They booked a studio in Dalston for three hours and with a lot of courage and a little rehearsal the recorded "Smokescreen" and "Handlebars" it subsequently leapt at the throat. Three months later and The Desperate Bicycles were back in a studio to record their second single and this is the result. 'No more time for spectating' they sing and who knows? they may be right. They'd really like to know why you haven't made your single yet. 'It was easy, it was cheap, go and do it' (the complete cost of "Smokescreen" was £153). The medium may very well have been tedium but it's changing fast. So if you can unterstand, go and join a band. Now it's your turn. Das Label der Desperate Bicycles nannte sich Refill Records. Auch bekannte Bands wie Scritti Politti brachten ihre ersten Platten selbst raus. Das Label von Scritti Politti hieß St. Pancras Records. Auf ihrer ersten EP "Skank Blog Bologna" 1978 listeten sie die Kosten für Studio, Mastertape, Vinylschnitt, Pressung etcetera. Im Jahr 1980 waren im Small Labels Catalogue des Magazins ZigZag über 800 Labels zu finden, was eine Verdreifachung gegenüber 1978 bedeutete. Oft gab es großartige Musik in abscheulicher Verpackung. Andererseits sah man auch toll aussehende Platten, die die lahmste, unoriginellste Musik enthielten. Und ganz, ganz viel dazwischen, schreibt Chuck Warner, der Betreiber des Labels Messthetics, das auf Samplern viele dieser DIY-Perlen wieder zugängig macht. Bei den Record Players war beides toll, sowohl die Musik, als auch die Verpackung.