Laurie Anderson: "From The Air" (1982)


Good evening. This is your Captain / We are about to attempt a crash landing / Please extinguish all cigarettes / Place your tray tables in their / Upright, locked position / Your Captain says: Put your head on your knees / Your Captain says: Put your head in your hands / Captain says: Put your hands on your head / Put your hands on your hips. Heh heh / This is your Captain - and we are going down / We are all going down, together / And I said: Uh oh. This is gonna be some day / Standby. This is the time / And this is the record of the time / This is the time. And this is the record of the time. Der Song "From The Air" ist auf Laurie Andersons Debütalbum "Big Science" zu finden, das 1982 bei Warner Bros. Records erschien und ihren einzigen Hit "O Superman" enthält. "Big Science" wurde 2007 bei Nonsuch Records als CD wiederveröffentlicht. Art Pop von der netten Sorte. Am erfolgreichsten war "Big Science" in Großbritannien und Neuseeland. Ich habe in meiner Popsammlung auch 2 Singles von Laurie Anderson, "O Superman / Walk The Dog" 1981 und "Sharkey’s Day / Sharkey’s Night" 1984. Laurie Anderson wurde 1947 in Glen Ellyn, Illinois geboren. Nach der High School studierte sie Kunst sowie Kunstgeschichte und 1969 hatte sie ihren ersten Auftritt in New York mit einer symphony played on automobile horns. In den 70er Jahren führte Laurie Anderson in New York Solo-Musik-Performances wie "Duets On Ice", "New York Social Life" oder "Time To Go" auf, arbeitete als Kunstkritikerin bei der Zeitschrift Artforum und illustrierte Kinderbücher. Im Jahr 1977 erschien dann ihre erste Single "It’s Not The Bullet That Kills You - It’s The Hole / Break It", die für eine Installation in der Holly Solomon Gallery produziert worden war. Mit "O Superman" und "Big Science" wurde Laurie Anderson schließlich Anfang der 80er Jahre zur Popmusikerin, yeah. Bei ihrem zweiten Album "Mister Heartbreak" 1984 halfen viele Popgrößen wie Bill Laswell (Bass), Adrian Belew (Guitar), Nile Rodgers (Guitar), Anton Fier (Drums) oder Peter Gabriel (Vocals) mit. Wow! Der Schriftsteller William S. Burroughs sprichsingt oder singspricht die Lyrics beim Song "Sharkey’s Night". Nochmals WOW! Im Jahr 1986 kam der Konzert-Film "Home Of The Brave" in die Kinos, in dem man Laurie Anderson und William S. Burroughs beim Tangotanzen zusehen kann - hmm, irgendwie ein sehr entspannter und entspannender Film. Im gleichen Jahr erschien auch das dazugehörende Soundtrack-Album "Home Of The Brave" bei Warner Bros. Records. Beim Song "Late Show" ist wiederum William S. Burroughs zu hören. Der Song "Language Is A Virus" wurde von Nile Rodgers von der Discoband Chic produziert. Bei Warner Bros. Records erschienen noch die beiden Laurie-Anderson-Alben "Strange Angels" 1989 und das von Brian Eno produzierte "Bright Red" 1994. Laurie Anderson lernte im Jahr 1992 Lou Reed näher kennen, 1995 wurde aus dieser Freundschaft eine Beziehung und 2008 heirateten die beiden. Auf Laurie Andersons sechsten Album "Life On A String" 2001, es erschien bei Nonsuch Records, ist Lou Reed beim Song "One Beautiful Evening" an der Gitarre zu hören. Im Jahr 2008 veröffentlichten Laurie Anderson und Lou Reed gemeinsam mit John Zorn das Album "The Stone: Issue Three" bei Tzadik Records, eine Live-Improvisation mit Laurie Anderson (Violin, Electronics), Lou Reed (Guitar) und John Zorn (Saxophone). Lou Reed starb 2013 im Alter von 71 Jahren bei einer Lebertransplantation. Bei Nonsuch Records erschienen noch die Laurie-Anderson-Alben "Homeland" 2010, "Heart Of A Dog" 2015 und gemeinsam mit dem Kronos Quartet "Landfall" 2018. Zuletzt erschien 2020 beim Label Kjelfred & Lentz das Album "Document #2", eine Zusammenarbeit von Brian Eno, Laurie Anderson und Ebe Oke. Laurie Anderson hat auch Filme wie "Home Of The Brave" 1986, "What You Mean We?" 1987 oder "Heart Of A Dog" 2015 produziert und Bücher veröffentlicht, zuletzt "All The Things I Lost In The Flood" 2018. Neben der Violine spielt Laurie Anderson auch des öfteren den so genannten Talking Stick. Laurie Anderson: The Talking Stick is a new instrument that I designed in collaboration with a team from Interval Research and Bob Bielecki. It is a wireless instrument that can access and replicate any sound. It works on the principle of granular synthesis. This is the technique of breaking sound into tiny segments, called grains, and then playing them back in different ways. The computer rearranges the sound fragments into continuous strings or random clusters that are played back in overlapping sequences to create new textures. The grains are very short, a few hundredths of a second. Granular synthesis can sound smooth or choppy depending on the size of the grain and the rate at which they're played. The grains are like film frames. If you slow them down enough, you begin to hear them separately. So, und zum Abschluss ein kleiner Auszug aus dem Fluxus-Manifest von George Maciunas. Yeah! Reinigt die Welt von bürgerlicher Krankheit, 'intellektueller', profesioneller & kommerzialisierter Kultur. (…) Fördert lebende Kunst. VERSCHMELZT die Kader der kulturellen, sozialen & politischen Revolutionäre zu geeinter Front & Aktion. George Maciunas hieß eigentlich Jurgis Maciunas und wurde 1931 in Kaunas, Litauen geboren. Er emigrierte 1948 mit seinen Eltern in die USA. Im Herbst des Jahres 1960 traf sich George Maciunas mit litauischen Freunden, darunter der Filmemacher Jonas Mekas, um einen litauischen Kulturclub zu gründen. Dazu kam es aber nicht, da die Freunde stattdessen beschlossen, mit jungen Künstler*innen und Komponist*innen aus dem Umfeld von John Cage, eine Kulturzeitschrift zu gründen. Auf der Suche nach einem Namen einigte sich die Gruppe im Sommer 1961 auf den Namen FLUXUS. Reinigen. Flüssige Entladung, vor allem exzessive Entladung der Gedärme oder anderer Körperteile. Kontinuierliches Bewegen oder Vergehen wie etwa bei einem fliessenden Strom. Etcetera etcetera. Ja, auch so entstehen eben Kunstrichtungen. George Maciunas starb leider schon 1978 im Alter von 46 Jahren an Krebs.

16.01.2021