Revolte Springen: "Der Traum ist raus" (2003) |
Revolte Springen waren von 2001 bis 2015 in der Popwelt unterwegs. Wir sind ein Projekt von Leuten, die Theater und Musik machen, bzw. eben beides miteinander verbinden. Unsere Motivation ist der Spaß an der Sache und die Einschätzung, daß eine Kultur, wie wir sie machen, ein ideales Mittel ist, um auch politischen Anliegen eine Form und einen Ausdruck zu verleihen. Wir verbinden mit Revolte Springen keinerlei kommerzielles Interesse, will heißen: die Brötchen verdient sich jede*r von uns auf eine andere Art und Weise. Wir sind bundesweit organisiert mit einem Schwerpunkt von Leuten in Berlin. Derzeit sind wir etwa 15 Revoltierende. Unser politisches 'zu Hause' ist grob gesagt die außerparlamentarische Linke irgendwo zwischen Menschenrechten und Chaotengeschichten, zwischen Antifa und Antimilitarismus, zwischen Sekt und Selters. Kulturell liegen die Wurzeln bei vielen in der politischen Straßenmusik mit Ausflügen zum Punk oder zum Trash-Theater. Das ist der Anfang einer Selbstdarstellung von Revolte Springen aus dem Jahr 2002. Einer dieser 15 Revoltiertenden ist Yok, der 1962 in Itzehoe geboren wurde. Nach dem Zivildienst in einem Kinderheim für Sozialwaisen machte Yok eine 3-jährige Erzieherausbildung in Hamburg. Damit fertig, übersiedelte Yok nach Berlin und begann ab 1989 unter dem Namen Yok Quetschenpaua oder nur Quetschenpaua aufzutreten. Mit Uwe (Guitar), Ernie (Bass) und Christian (Drums) gründete Yok (Vocals, Accordion) 1995 die Band Tod und Mordschlag, die bei Dizzy Hornet Records 1996 die beiden Alben "Soldaten sind..." und "Die Erde ist eine Scheibe" sowie 1998 die EP "Die Wildnis ruft..." veröffentlichte. Bei ab dafür! records erschien dann 1999 noch das Album "Ratte sich wer kann". Von 2001 bis 2012 war Yok Mitglied von Revolte Springen, trat aber auch solo unter dem Namen Yok-pocketpunk oder Yok'n'hell auf. Beim Ventil Verlag erschien 2019 das Buch "Nichts bleibt. Die Quetschenpaua-Autonomografie" von Yok. Weitere Miglieder von Revolte Springen waren Hannah, Mogli, Anke Wisch und Jörg Isermeyer. Hannah, Mogli und Anke Wisch waren auch als Acoustic-Punk-Trio Früchte des Zorns in der Popwelt unterwegs. Yeah! Früchte des Zorns: Musik allein hat noch keine Gesellschafts'ordnung' umgeworfen. Aber beim Musikhören packen Dich Gefühle, Du spürst, dass Du lebst. Über die Musik lassen sich Inhalte erzählen, es finden sich Leute zusammen, denen diese etwas sagen und die sich darüber austauschen. Dies fördert die Kommunikation sowie das Gefühl und Wissen, nicht allein zu sein. Unsere Lieder sind die Verknüpfung von Texten, in denen wir klar benennen wollen, was uns quält, und einer Musik, die emotional berührt. Unsere Musik als Früchte des Zorns zeigt uns mit unserer Trauer und unserer Wut angesichts des alltäglich Gesehenen und Erlebten, wie zum Beispiel rassistische oder sexistische Übergriffe. Durch E-Mails und Briefe wissen wir, dass es viele Menschen gibt, die sich in unseren Texten und der Musik wiederfinden. Wir fühlen uns voneinander verstanden. Das ist der erste Schritt. Früchte des Zorns haben zuletzt 2016 bei ab dafür! records das Album "fallen oder fliegen" veröffentlicht. Von Revolte Springen gibts die Studioalben "Freiheit satt!" 2003 und "Tschüß, die Bande" 2015 sowie die Livealben "Revolte Inside Live" 2013 und "Abschiedskonzert im Supamolli" 2015. So, wen hatten wir jetzt bereits, Yok Quetschenpaua, Hannah, Mogli, Anke Wisch und Jörg Isermeyer, fehlen noch Balou, Frank, Hella, Olli, Phil, Ruven, Sara, Susi, Timo und Ulli. Frank könnte Frank Wacks sein, der auch bei der Band Ersatzkapelle, die irgendwie mit Revolte Springen verbandelt war und 2003 das Album "Die Spreu vom Weizen" bei ab dafür! records veröffentlicht hat. Jörg Isermeyer war da auch mit dabei. Ab dafür! records ist kein Label im eigentlichen Sinne, sondern ein Netzwerk befreundeter Bands und Projekte. Wir geben unsere CDs untereinander weiter und verkaufen CDs von den anderen Projekten bei Konzerten. Das sind alles Bands, die ihre Musik (auch) als politisches Ausdrucksmedium von und für linke(n) Subkulturen sehen. Dieses Netzwerk soll nicht der möglichst guten Vermarktung im kapitalistischen (oder sonst wie Geld scheffeln wollenden) Sinne dienen, sondern zu einer möglichst weiten Verbreitung der Musik und ihrer Inhalte zu fairen Preisen führen. Weitere Bands sowie Musiker*innen bei ab dafür! records sind Milch & Blut, Trillke Trio, Banda Comunale, Song X, Option Weg, FaulenzA, Konny Kleinkunstpunk und Wundabunta Straszenpunk. Im Jahr 2008 erschien bei ab dafür! records der Sampler "Kleinkunstpunx Not Dead" mit den Bands Revolte Springen, Trillke Trio, Juqreiz, Früchte des Zorns, Aqu, Milch & Blut, Spielvereinigung, Bureau-Crazy, Die Guten, Old Yok und Banda Agita. Konny ist kein Liedermacher, kein Singer- Songwriter... Konny ist Kleinkunstpunk. Seit 2004 steht er mit seiner Gitarre und seiner Quetsche auf Bühnen und Straßen und singt gegen den kapitalistischen Normalzustand an - ob in der U-Bahn, im besetzten Haus, aufm Wagenplatz oder in den eigenen 4 Wänden. Die rotzfreche Asphaltkultur ist seit 2010 so etwas wie sein musikalisches zu Hause und zusammen mit Freund*innen betreibt er das DIY-Label ab dafür! records. Die Bands innerhalb dieser Netzwerke verbindet allerdings nicht nur Freundschaft, denn sie verstehen ihre Schaffen auch als musikalische Intervention gegen eine Gesellschaft, die immer weiter nach rechts rückt. Sie verstehen ihre Musik aber auch als Kampf für eine Welt mit Blaubeermuffins für Alle! Dieses Zitat stammt von der Website turgutz.de, anarchische Kleinkunztbesserwisserei, yeah, hört euch bei den Kleinkunstpunks um, die sind mit Sicherheit eine Bereicherung fürs Leben. Mich hat jopa jotakin auf Revolte Springen aufmerksam gemacht, hallo und thänx. 08.05.2026 |