TTC feat. Dose One & Hi-Tekk Lereceleur: "Pas d'armure" (2002)


HipHop, yeah. TTC wurde 1998 von den Rappern Teki Latex alias Julian Pradeyrol, Tido Berman alias Domenique Bolore und Cuizinier alias Alexandre Miranda in Paris, Frankreich gegründet. TTC steht einfach für Teki, Tido und Cuizinier. Verstärkt wurden das Trio noch durch DJ Orgasmic alias Cédric Caillol sowie den beiden Produzenten Para One alias Jean-Baptiste de Laubier und Tacteel alias Jérôme Echenoz. Das Debütalbum "Ceci n'est pas un disque" erschien 2002 bei Big Dada Recordings, davor gabs einige 12" Singles. Auf diesem Album ist auch der Song "Pas d'armure" zu finden, bei dem die beiden Gastrapper Dose One alias Adam Drucker und Hi-Tekk Lereceleur alias Mohamed Mazouz mitwirken. Weitere Gäste auf diesem Album sind das Rap-Duo La Caution, das aus den Brüdern Ahmed und Mohamed Mazouz besteht, sowie DJ Fab alias Fabian Madeleine und die Rapper*innen James Delleck und Yarah Bravo. TTC veröffentlichten bei Big Dada Recordings noch die beiden Alben "Bâtards Sensibles" 2004 und "3615 TTC" 2007 und lösten sich 2013 auf. Teki Latex hat auch die Soloalben "Party de plaisir" 2007 und "Mes pelures sont plus belles que vos fruits" 2009 veröffentlicht und betrieb von 2003 bis 2011 das HipHop-Label Institubes. Außerdem veröffentlichte er noch Tonträger mit den HipHop-Groups L'Armée des 12, L'Atelier, Sound Pellegrino Thermal Team und den Stunts All Stars. Bei L'Armée des 12 waren auch Tido Berman, Cuizinier und Hi-Tekk Lereceleur mit dabei, bei L'Atelier Para One, Tacteel und James Delleck, beim Sound Pellegrino Thermal Team DJ Orgasmic und bei den Stunts All Stars Cuizinier. Yeah! Ob einer davon aktuell noch aktiv ist, weiß ich nicht, inzwischen sind sie ja auch alle ältere Herren, nicht alte, aber ältere. So, jetzt noch eine Buchempfehlung, "Warschauer Punk Pakt - Punk im Ostblock 1977-1989", es erschien 2018 im Ventil Verlag und wurde von Alexander Pehlemann herausgegeben. Das Buch berichtet über Punk in der DDR, Polen, ČSSR, Ungarn, Sowjetunion, Bulgarien, Rumänien und Jugoslawien. Eine Entdeckungsreise in eine zumeist unbekannte Subkultur-Welt: Das erste umfassende Nachschlagewerk des osteuropäischen Punk bis zum Systemkollaps 1989 stellt in Länderporträts die wichtigsten Protagonisten und Szenen dieses facettenreichen Undergrounds vor. Mit Anspieltipps, Auswahldiskografien und einer ausführlichen Filmografie. Tamás Rupaszov: Wie gesagt, korrespondierte ich ab 1985 mit der ganzen Welt. Ich konnte zwar niemand persönlich treffen, war aber in Kontakt mit Leuten, Fanzine-Machern usw. aus dem Osten. Später, als ich meinen Pass bekam und wir mit Trottel ab 1989 tourten, traf ich manche, weil sie Konzerte für uns in Polen oder der Tschechoslowakei organisierten. Mit einigen bin ich heute noch in Kontakt, wie Michał Hałabura vom Label Nikt Nic Nie Wie aus Polen oder Martin Valášek aus der ČSSR, der Malárie Records macht. Martin organisierte damals die erste Trottel-Tour dort, aber auch letztes Jahr noch ein paar Konzerte meines Folk-Punk-Projekts Paprikapaprika. Tamás Rupaszov war Bassist der 1985 in Budapest gegründeten Punkband Trottel und Betreiber von Trottel Records. Viel bekam man von Ostpunk vor 89 nicht mit, wir Wiener*innen vielleicht mehr als der Rest der Welt, Kassetten von ungarischen Bands wie A.E. Bizottság, Bikini, Trottel oder Vágtázó Halottkémek (Rasende Leichenbeschauer) waren bald Teil meiner Sammlung und auch ein paar Bands aus der ČSSR oder Jugoslawien waren mir bald ein Begriff. Besonders stolz bin ich auf eine Single der polnischen Punkband Siekiera, ich habe keine Ahnung mehr, wie sie ihren Weg zu mir fand. Die jugoslawische Punkband Paraf und die ungarische Band Vágtázó Halottkémek gründeten sich 1976, da waren in Wien alle späteren Punks noch Glamrockfans, wenn ich mich nicht irre, hi hi. Tolles Buch, ja, und TTC muss man sich auch unbedingt anhören. Yippie-ei-yeah!

26.01.2026